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Isabella & Iwan tanzen Eros Tango Logos Show 2024 im Café Basico

Der Goldnugget im Dreck – was für mich wahrhaftigen Tango ausmacht

Wenn ich mir diese Aufnahme unserer Eros-Tango-Logos-Show-Improvisation 2024 im Café Basico nach zwei Jahren wieder anschaue, kommt mir eine Frage in den Sinn, die ich mir irgendwann mal gestellt habe: Was macht für mich einen wahrhaftigen Tango aus? Meine Antwort: Sparkling Dirtyness!

Dirtyness ist die Erde, der Dreck, das Leben, aus dem der Tango geboren wurde. Er entsteht, wenn einem alles Äußere egal wird – Ordnung, Sauberkeit, richtig, falsch, der Blick von außen, die Wirkung, die man erzielen will. Wenn man so tanzt, wie die Musik, das eigene Gefühl einen bewegt, ohne etwas zurückzuhalten.

Ein Bild, das es dir vielleicht fühlbar macht: ein Lichtstrahl, der den Staub in der Luft eines im Schummerlicht liegenden Tangoschuppens sichtbar macht. Jedes einzelne Staubkorn wirft ein kleines bisschen Licht zurück, alles schimmert, glimmert. Du kannst das Leben und die Vergänglichkeit förmlich in der Luft schweben sehen. Das ist der Duft von Eros.

Sparkling ist dieser Schimmer, der aus diesem Dreck hervortritt und berührt, ohne zu blenden. Wie ein roher Goldnugget im Schlamm: mattes Gold, unbearbeitet, unpoliert – aber ein Schatz, den man sofort erkennt.

Er entsteht, wenn ein Paar sich dem Moment im Tanz so hingibt, dass es alles vergisst: Schritte, Muster, Vergangenheit, Zukunft. Wenn es den Mut hat, an seine Grenzen zu gehen – an die äußere Kante der Bewegung wie an die innere. Wenn es keine Angst vor Verletzlichkeit hat und über Fehler lachen kann. Dann tritt durch die so entstehenden Risse das Licht der beiden Persönlichkeiten und ihrer Verbindung hervor und beginnt zu leuchten.

Deshalb ist Tango für uns eine Kunstform, kein Sport. Jedes Tanzpaar, das diesem Pfad folgt, macht in diesem Moment Kunst – zwischen zwei Menschen, die sich völlig hingeben, die Ränder der Möglichkeiten berühren, den Mut haben zu scheitern. Kein Plätschern, kein Ableiern. Perfektion kann dabei entstehen, muss es aber nicht – darauf kommt es nicht an. Der Schimmer kann auch durch ganz kleine, feine Gesten entstehen. Durch einen Blick.

Sparkling Dirtyness heißt für uns: Lebendigkeit über Perfektion. Wahrhaftigkeit statt Glanz. Das wollen wir sehen. Alles andere langweilt uns. Egal ob von Maestros oder Anfängern. Das ist es, was wir in unseren Shows und in unserem Unterricht suchen, zeigen und immer wieder neu vermitteln wollen.

Das gilt genauso für die Musik. Die Stücke, die uns wirklich berühren, und die Musiker, die sie interpretieren, sind demselben Pfad gefolgt.

Und Logos? Diese Kraft braucht es, damit überhaupt etwas geschieht, damit eine Bewegung initiiert wird. Aber wenn Logos die Überhand nimmt, verschwindet genau diese Sparkling Dirtyness.

Mehr über unsere Tangoreisen: elonga.net/tangoreisen

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