Ein Tanz am Ende unserer einwöchigen Toskana-Reise im Sommer 2021 — und die Frage, wie aus Details ein Ganzes wird.
Wir entwickeln uns im Tango weiter, weil wir unsere Bewegungen bis ins kleinste Detail betrachten, ja sezieren. Wir versuchen, jeden einzelnen Muskel und jeden Knochen, der im Spiel ist, bewusst wahrzunehmen und zu erleben.
Was braucht mein Körper für diesen einen Schritt, diese eine kleine Bewegung? Wo beginnt sie — im Fuß, im Becken, im Blick? Vom kleinen Finger bis zu den Zehen, von den Mundwinkeln bis ins Zentrum des Körpers: Alles gehört dazu. Wir zerlegen eine Bewegung in ihre Teile und versuchen, jedes Körperteil zu spüren: was es trägt, was es bedient. Welches Gefühl ist die Initiation für diese eine kleine oder große Bewegung?
Und dann kommt der schönste Moment: Wir setzen alles wieder zusammen. In der tanzenden Umarmung finden die Teile zueinander, lassen sich völlig neu zusammensetzen — und können so mit der Musik und dem Augenblick zusammenklingen.
Dieser Tanz zu „La vie en rose“ entstand im Sommer 2021 nach einer Woche Tango in der Toskana. Für mich ist er ein Beispiel dafür, wie viel Leichtigkeit aus genauer Wahrnehmung wachsen kann. Je klarer die Details, desto freier der Tanz.
Das Detail ist keine Fessel. Es ist der Boden, auf dem das Ganze fliegen kann.
